Der Plastiksack in freier Wildbahn

Eine Kurz­do­ku­men­ta­tion über die Spe­zies Gemei­ner Plas­tik­sack und sein Ver­hal­ten in freier Wild­bahn (ca. 4min, in Eng­lisch):
Nar­ra­ted by Aca­demy Award-winner Jeremy Irons, this «mocku­men­tary» video, ham­mers home the stark rea­lity of California’s plas­tic bag pollu­tion situation:

 



Chupa Chups

Ein ehe­ma­li­ger Crew-Kollege, Paul Sharp und seine aus­tra­li­sche Orga­ni­sa­tion Two Hands Pro­ject kön­nen einen Erfolg ver­zeich­nen.
Nach inten­si­vem Online-Campaigning konn­ten sie Chupa Chups (den Lollipop-Hersteller) dazu brin­gen, seine Policy bezüg­lich der Ver­wen­dung der Plas­tik­stän­gel zu über­de­cken. Es gibt viele typi­sche Abfall­stü­cke, wel­che man an den Strän­den fin­det. Die bekann­tes­ten sind Ziga­ret­ten­stum­mel und Stroh­halme, doch auch die klei­nen Röh­rli der Lut­scher fin­det man oft im Sand. Was bei Eis am Stän­gel selbst­ver­ständ­lich ist, näm­lich ein Holz­stän­gel, muss bei Lut­schern erst noch eta­bliert wer­den. Natür­lich wäre es toll, wenn auch bei der Ver­pa­ckung auf Plas­tik ver­zich­tet würde.


(Bild zum Ver­grös­sern mehr­mals anklicken.)



Hong Kong’s Pellet Desaster

Tra­cey Read, eine ehe­ma­li­ges Sea Dragon-Crewmitglied, hat zur­zeit alle Hände voll zu tun. Kurz nach ihrer Rück­kehr nach Hong Kong gab es einen enorm star­ken Typhoon, der viel Scha­den ange­rich­tet hat. Natür­lich sah man das Unwet­ter auch den Strän­den an. Die sowieso schon extrem stark ver­schmutz­ten Strände Hong Kong wur­den zusätz­lich belastet.

Doch es blieb nicht beim übli­chen Abfall: dazu kam noch Schnee! Zumin­dest waren alle Strände weiss bedeckt. In der Typhoon­nacht ver­lor ein Frach­ter 6 Con­tai­ner, wel­che mit jeweils 1000 Säcken vol­ler Plas­tik­pel­lets gefüllt waren. Das heisst, rund um Hong Kong wur­den an den Strän­den und im Was­ser 6000 Säcke vol­ler Pel­lets ver­schüt­tet. Jeder ein­zelne Sack wiegt etwa 25kg und beinhal­tet über eine Mil­lion Pel­lets. Zur Erin­ne­rung: Ein Pel­let, oder auch Nurdle genannt, ist ein Plas­tik­kü­gel­chen, aus wel­chem in Fabri­ken aller­lei Plas­tik­pro­dukte gemacht werden.

Pel­lets ver­hal­ten sich im Was­ser wie ein Schwamm für jeg­li­che Che­mi­ka­lien, ins­be­son­dere POPs. Ihr Aus­se­hen ähnelt dem von Fisch­ei­ern sehr stark. So ist es nicht ver­wun­der­lich, dass man sie des öfte­ren in Fisch­mä­gen findet.

Das Unglück in Hong Kong hat zwar nicht so viel Medi­en­prä­senz erhal­ten wie eine Ölka­ta­stro­phe. Am Aus­mass und dem nega­ti­ven Ein­fluss auf das Öko­sys­tem kann es aber nicht lie­gen, sogar Cap­tain Charles Moore von Alga­lita zeigte sich über­rascht über die Menge an Pellets.

Jedoch hat der Pel­lets­pill lokal eini­ges bewirkt. Tra­cey hat mir von einem enor­men Shift in der Ein­stel­lung der Bevöl­ke­rung gegen­über ihren Strän­den und all­ge­mein der Natur berich­tet. Über 7000 Frei­wil­lige mel­de­ten sich zum «nurdling», dem Beach­Clea­nUp spe­zia­li­siert auf Pel­lets. Viel­leicht ist nun end­lich der Zeit­punkt für Hong Kongs Regie­rung gekom­men, sich um ein funk­tio­nie­ren­des Abfall­sys­tem zu kümmern.

Falls Sie noch mehr über Hong Kong und sein Plas­tik­pro­blem erfah­ren möch­ten, über den Besuch von Charles Moore in HK, von den 70-jährigen Frauen, die schon mor­gens um 6 im Sand wüh­len erfah­ren möch­ten, fin­den Sie noch mehr Infor­ma­tio­nen auf Tra­ceys Blog:

http://journeytotheplasticocean.wordpress.com/

oder auf Facebook:

https://www.facebook.com/PlasticDisasterHongKong?ref=hl



Ende Sommerpause

Der Blog erwacht aus sei­ner Som­mer­pause. Zum Ein­stieg ein Pro­gramm­hin­weis:
Das Schwei­zer Fern­se­hen, bzw. das Wis­sens­ma­ga­zin Ein­stein bringt eine Spe­zi­al­sen­dung zum Thema Plas­tik im Ozean, und zwar am 27.September.
http://www.sendungen.sf.tv/einstein/Sendungen/Einstein



Ankunft und Heimreise

Nach­dem wir tage­lang und kon­stant fron­ta­len Gegen­wind direkt von Maui her hat­ten, beschlos­sen wir,  nach Hono­lulu zu segeln. Auf Grund des Gegen­win­des und der gros­sen Gegen­strö­mung muss­ten wir einen Kurs von 180° fah­ren. Der Kurs nach Maui wäre zu die­sem Zeit­punkt etwa 110° gewesen.

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4. Juli. Vielversprechende Aussichten

150 Mei­len in den letz­ten 24 Stun­den. Wir kom­men unse­rer Ankunft immer näher. Heute mor­gen sah ich ein Flug­zeug über uns, die weis­sen Linien ent­spra­chen exakt unse­rem Kurs. Das Flug­zeug muss Oahu etwa eine halbe Stunde vor­her ver­las­sen haben. Wei­ter­le­sen »



3. Juli. Caesiummessungen. Und: Boopy vermisst.

Unsere  Blog­ge­rin ist in der Zwi­schen­zeit auf Hawai ange­kom­men — und schickt nun die letz­ten Blog­ein­träge nach. Heute und in den fol­gen­den Tagen krie­gen Sie hier also eine Art «Nachlese».

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2. Juli 12. Träume vom Festland

Waren Sie schon ein­mal im Aero­bic? Oder haben zuge­schaut? Dann ken­nen Sie bestimmt den typi­schen Gesichts­aus­druck von „das macht rie­sig Spass und ist gar nicht anstren­gend“ eines jeden Aero­bi­cleh­rers. Die typi­schen Worte zum Gesichts­au­druck sind nor­ma­ler­weise „und Bei ufe! Ja, genau! Höch! Und na vier, na drü, na zwäi, und NAMAL! Na vier,…“

Genau wie in einer sol­chen Stunde habe ich mich die letz­ten Tage gefühlt. Ich müde und abge­kämpft in der hin­ters­ten Reihe, um mich herum der Rest der Crew – alles Aero­bi­cleh­rer. Jeden Tag denkt man „noch vier“ und kaum hat man run­ter­ge­zählt, merkt man, dass wir immer noch weit von Maui ent­fernt sind.

Wir haben noch immer fron­ta­len Gegen­wind, was das Vor­wärts­kom­men sehr erschwert. Unser momen­ta­ner Tages­durch­schnitt liegt bei etwa 130 Mei­len, das ist sehr wenig. Wir wün­schen uns 180–200. Aber schluss­end­lich ist die ganze Crew froh, wenn wir ein­fach bald ein­mal ankom­men. Es haben sich nun auch die letz­ten Aero­bi­cleh­rer als Sport­muf­fel ent­puppt, so haben wir wenigs­tens wie­der etwas mehr Team­geist:  „Let’s get to Maui!“

Lind­sey Hos­haw, Free­lance Jour­na­lis­tin und Bewoh­ne­rin des Bunks unter mir, hat mir heute sogar erzählt, sie hätte geträumt, wir kämen gar nie an. Sie ist für die New York Times unter­wegs. Ihre Fotos sind aus­ser­dem momen­tan im Museum für Gestal­tung in Zürich zu sehen.

Den High Speed Trawl haben wir nicht mehr im Was­ser. Alles, was uns ver­lang­samt, ver­su­chen wir zu ver­mei­den. Die Fischer­rute ist das ein­zige, was noch im Was­ser ist. Ges­tern Abend durf­ten wir die zweite Por­tion des zwei­ten Fischs genies­sen. Es gibt wahr­schein­lich nie bes­sere Abend­es­sen auf die­sem Boot als nach einem erfolg­rei­chen Fangtag.

Apro­pos Essen und Träume: Ich habe noch immer diese sehr leb­haf­ten Träume, in denen ich alles essen kann, was auch immer ich möchte. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, uns geht es immer noch sehr gut: Wir haben genug zu trin­ken und genug zu essen, um noch ein paar Tage zu über­le­ben. Es ist ein­fach vor allem psy­chisch sehr schwie­rig, wenn man ein so unge­dul­di­ger Mensch ist wie ich. Auf Land werde ich einige Dinge – nicht nur das Essen – wie­der viel mehr zu schät­zen wissen.

Zum Bei­spiel ent­spann­tes Duschen mit Süss­was­ser. Oder einen Toi­let­ten­gang ohne anschlies­sen­des Pum­pen. Oder auch ein­fach nur
eine Tasse irgendwo hin­stel­len zu kön­nen, ohne sie fest­hal­ten zu müs­sen, damit sie nicht gleich irgendwo hin fliegt.

Wenn Sie also heute auf die Toi­lette gehen kön­nen, ohne zu pum­pen, wenn Sie duschen gehen kön­nen, ohne dass Sie sich nach­her vor Erschöp­fung gleich hin­le­gen müs­sen, wenn Sie den Kühl­schrank öff­nen kön­nen und genau das her­aus neh­men kön­nen, auf was Sie Lust haben – freuen Sie sich!

Ich freue mich sogar auf die Toi­lette im Flug­zeug, die hat näm­lich einen Knopf zum Spülen.



27. Juni 12: Glück

Heute mor­gen stand ich schon kurz nach Son­nen­auf­gang am Steuer der Sea Dra­gon. Der Him­mel und das Was­ser waren getränkt im gol­de­nen Licht der Mor­gen­sonne. Aus­ser Cap­tain Rod­rigo und mei­nem Watch­team waren alle noch am Schla­fen. Es war wun­der­bar ruhig auf Deck, als ich von links ein Plät­schern und Sprit­zen hörte. Wei­ter­le­sen »



26. Juni 12: Frische Luft, Datumsgrenze und beunruhigende Beobachtungen

Die Luken sind offen, die Klei­der getrock­net, man kann im Boot­sin­nern wie­der atmen. Der High Speed Trawl ist geflickt und siebt wie­der die Ober­flä­che ab. Die Sonne scheint. Natür­lich habe ich mir einen Son­nen­brand geholt, lus­ti­ger­weise an den Knien. Es scheint, als hätte ich den gan­zen Tag Knie­so­cken getra­gen. Wei­ter­le­sen »