Flying Fish und bewachsene Plastikeimer
Die Zeit vergeht wie im Fluge. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir
langsam jegliches Zeitgefühl verlieren. Als heute morgen um 8:25 die Sonne
schon fast im Zenit stand, haben wir beschlossen, die Uhren um zwei Stunden
nach vorne zu stellen.
Der High Speed Trawl, der über Nacht draussen war, beinhaltete einen Flying
Fish sowie zahlreiche Nurdles und sonstiger Plastikabfall. Den Fisch haben
wir natürlich sofort aufgeschnitten und seinen Magen untersucht. Gefunden
haben wir nicht viel mehr als ein Krebsbein. Überraschenderweise hatte ich
keine Probleme mit intensivem Fischgeschmack vor dem Frühstück. Apropos
Frühstück: Das hat in den letzten zwei Morgen einen extremen
Qualitätsaufschwung erhalten. Gestern gab es von uns Pancakes und heute hat
uns die vorherige Crew Oatmeal gekocht. Schon kurze Zeit später sahen wir
das erste grosse Plastikteil. Natürlich wurde das Boot gewendet und wir
fischten den türkisen Eimer auf Deck. Er war nur leicht bewachsen und hatte
chinesische Schirftzeichen auf der Unterseite. Kurze Zeit später fanden wir
noch weitere Gegenstände, welche von vor allem von Marcus untersucht
wurden. Ihn interessiert zum Beispiel, wie stark der Gegenstand bewachsen
ist und ob er von Mikroben bevölkert wird. Ausserdem werden Proben
herausgeschnitten, die dann später im Labor auf Giftstoffe untersucht
werden. Es ist wichtig herauszufinden, welche Giftstoffe besonders gut an
Plastik haften. Dass wir heute mit spotten so erfolgreich waren, liegt am
extrem guten Wetter und der ruhigen See. Wir mussten sogar den Motor
anschalten. Jedoch verraten die Cirruswolken einen Wetterumschwung. So
wurden heute die Schlechtewettersegel hochgezogen, damit wir im Falle von
starkem Wind bereit sind. Wir wollen den Wind so gut wie möglich
ausnützen, damit wir schnellt ostwärts kommen. Schliesslich werden wir –
einmal mehr – von einem Taifun verfolgt.
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18. Juni 2012, 10:29 Uhr
Hallo Laura,
Deine Blogs sind echt spannend und aufschlussreich. Hoffentlich macht ihr noch viele interessante und dramatische Entdeckungen, damit wir mittels Deiner Blogeinträge einer weiteren Öffentlichkeit die Problematik der Meeresverschmutzung durch den unreflektierten Gebrauch und die unverantwortliche Entsorgung von Kunststoffen (Plastik) ins Bewusstsein bringen können. Die Zeit dafür scheint reif, wenn sogar das Schweizer Parlament, zumindest mal der Nationalrat, ein Verbot von Plasticksäcken ins Betracht zieht. Beschlossen ist zwar noch nichts und bei uns will gut› Ding ja bekanntlich sehr viel Weile haben, aber hoffen darf man ja.…
Die Dramatik des Plastiks in Meer und vor allem der beim Abbau schlussendlich entstehenden unsichtbaren Mikropartikel, Microplastics, ist mir bei einer kürzlichen Fahrt in der Walvis Bay in Namibia bewusst geworden. Das Wasser ist dort noch sauber und die Austernbänke gedeihen bestens. Was aber geschieht mit der Lebensgrundlage der Austernzüchter und mit unserer Gesundheit als Konsumenten, wenn die Austern Microplastics mit der Nahrung aufnehmen und einbauen? Was geschieht mit den Chemikalien, die beim Abbau des Plastiks austreten und von Fischen und andern Meeresorganismen aufgenommen werden und so auch noch in unsere Nahrungskette eindringen?
Eure Arbeit ist sehr wichtig! Viel Spass und Erfolg, I’ll stay tuned, René
18. Juni 2012, 14:13 Uhr
Am besten gefällt mir eigentlich, dass du dich übers Essen freust. Das zeigt, du bist gesund! Und jetzt also Tempo und dem Taifun davon!
18. Juni 2012, 20:30 Uhr
Hallo Laura, es tut so gut von Dir zu lesen. Bin sehr glücklich, dass es Dir wieder besser/gut geht. Deine blogs sind sehr interessant. Take care s’Gotti