Plastik und seine Auswirkungen auf Meereslebewesen

Mee­res­le­be­we­sen sind vor allem durch die Nah­rungs­auf­nahme von Plas­tik und durch die Ver­wick­lung, zum Bei­spiel in Plas­tik­tü­ten, Sei­len oder Net­zen, bedroht. Plas­tik­teile wer­den von Tie­ren mit Nah­rung ver­wech­selt und ein­ge­nom­men, was zu ihrem Tod füh­ren kann. Das Ver­fan­gen in Plas­tik stellt eine grosse Gefahr für See­vö­gel, Schild­krö­ten, Del­fine, Wale und andere Mee­res­le­be­we­sen dar. Durch schwim­mende Plas­tik­stü­cke wird der Trans­port von soge­nann­ten «Alien Spe­cies», die eine Gefahr für die Bio­di­ver­si­tät sein kön­nen, erhöht. Aus­ser­dem ist Plas­tik ein Trans­port­me­dium und eine Quelle von Gif­ten für Meereslebewesen.

Plas­ti­k­ab­fälle am Strand in Süd­spa­nien (Tarifa)

Die Nah­rungs­auf­nahme von Plas­tik kann das Ver­dau­ungs­sys­tem der Mee­res­tiere schä­di­gen. Die Tiere hören auf zu essen, da sie ein Sät­ti­gungs­ge­fühl ver­spü­ren und kön­nen ster­ben. Plas­tik bedroht nach Schät­zun­gen 267 Arten aller Mee­res­or­ga­nis­men welt­weit, 86% aller Mee­res­schild­krotar­ten, 43% aller Mee­res­säu­ger­ar­ten und bei 44% aller Mee­res­vö­gel­ar­ten ist bekannt, dass sie das Plas­tik auf­neh­men. Exper­ten gehen davon aus, dass durch Plas­tik­müll in den Mee­ren jedes Jahr rund eine Mil­lion Mee­res­vö­geln, 100 000 Säu­ge­tiere und unzäh­lige Fischen getö­tet wer­den. Auch Fil­trie­rer (z.B. Muscheln) sind von dem Plas­tik im Meer betrof­fen; sie kön­nen die ganz klei­nen Stü­cke mit Plank­ton ver­wech­seln und sie als Nah­rung aufnehmen.

Tiere kön­nen sich in ver­lo­re­nen Fischer­net­zen und ande­rem Fische­rei­zu­be­hör ver­fan­gen, was zur Ver­stümm­lung, zu Ver­let­zun­gen oder auch zum Tod der Tiere füh­ren kann. Die Anzahl Fische, Vögel und Mee­res­säu­ger die sich jähr­lich in Fischer­lei­nen und –net­zen ver­fan­gen ist nicht genau bekannt, wird aber auf Mil­lio­nen geschätzt. Laut der US Marine Mam­mal Comis­sion sind 136 Mee­res­le­be­we­sen bekannt, die sich regel­mäs­sig in Müll verfangen.

In einer Stu­die wurde nach­ge­wie­sen, dass Plas­tik Pel­lets gift­lige Che­mi­ka­lien anrei­chern, wie z.B. PCBs (Poly­chlo­rierte Biphe­n­yle), DDE (Dichlor­di­phe­n­yl­di­chlor­e­then) ein Abbau­pro­dukt des DDT (Dichlor­di­phe­n­yl­tri­chlor­ethan) und Nonyl­phe­nols. Es wird befürch­tet, dass diese Che­mi­ka­lien teil­weise im Magen­trakt der mari­nen Orga­nis­men, die Plas­tik ein­neh­men, des­or­bie­ren und somit auf­ge­nom­men wer­den können.

Plas­tik­teile, die im Was­ser schwim­men, kön­nen als eine Art Floss für Mee­res­le­be­we­sen die­nen, auf dem sie wach­sen und rei­sen kön­nen. Kleine sess­hafte Tiere wie Muscheln trei­ben auf den Kunst­stoff­tei­len in fremde Gebiete, wo sie zu inva­si­ven Arten wer­den und ein­hei­mi­sche Spe­zies ver­drän­gen können.

Die Aus­wir­kun­gen von Plas­tik auf Mee­res­le­be­we­sen sind viel­fäl­tig und müs­sen unter ande­rem auch des­halb, weil sehr viele Tiere davon betrof­fen sind, ernst genom­men wer­den. Es ist anzu­neh­men, dass die Schä­den, die Plas­tik­müll in der Mee­res­um­welt anrich­ten kann, noch wäh­rend Jahr­zehn­ten anhal­ten wer­den, auch wenn die wei­tere Ver­schmut­zung gegen­wär­tig gestoppt würde.


Kommentar abgeben